um euch in den tatsächlichen Spirit von Thanksgiving zu versetzen, hier ein Link zu einer Szene aus Friends, in der, wie ich finde sehr authentisch die Stimmung dieses interessanten Feiertages eingefangen wird:
http://www.youtube.com/watch?v=sqx1JO-g2pw
Mein Thanksgiving zog sich von letzter Woche Freitag bis Donnerstag hin, allerdings wird die Restevernichtung wohl noch mehr Zeit in Anspruch nehmen…
Die netten Menschen vom international office hatten für uns ein internationales thanksgiving organinisert, zu welchem wir ein nationales Gericht mitbringen sollten.
Ich entschied mich dazu einen Butterkuchen zu backen, welcher mir einen verbrannten Finger, Hass auf das amerikanische Maßsystem (cups, ounces???nnnarf) und entsetzte Blicke meiner Vermieterin eintrug : „A cake with yeast?!?!(ein Kuchen mit Hefe?!?!).
Nun denn, der internationale Haufen mochte den Kuchen, die Veranstaltung war lustig (eine nicht vorbereitete Steeldrumgruppe spielte, ein nettes Mädchen mit Geige gab einen Einblick in amerikanische Volkslieder und ihre Geschichte, und ein Weltreisender erzählte von seiner großen Liebe Bali) und natürlich hatten meine deutschen Kommilitonen nichts zu Essen mitgebracht und nur ich mir wieder Stress gemacht- alle Erwartungen erfüllt.
Anschließend wurde ich die ganze Woche mit lustigen Ausführungen Michelles zum Thema: wer feiert wo Thanksgiving, wer kommt wann nach Hause, wer hat welchen Truthahn und wer bringt was mit, behelligt.
Am Montag stand dann fest: Der Neffe kommt aus dem Irak, das volle Klischeeprogramm wird bei uns zu Hause durchgezogen! Freude!
Dieses Klischeeprogramm bestand aus: zwei Tage kochen, morgens die Macy´s street parade aus New York sehen (die offizielle Eröffnung der Weihnachtsshoppings…sie tarnen es aber als Holiday Season,ich bin gespannt…;-)) interessante Spezialitäten zubereiten (unser Truthahn kam vom Grill) und dabei permanent den Fernseher laufen lassen, herumstehende Sachen essen und neu ankommende Leute begrüßen (nicht von den mitgebrachten Kampfhunden gefressen werden).
Gegen 17 Uhr war es dann soweit: Michelle schnitt den Truthahn an.
Auf dem Tisch gab es zudem unfassbar viele andere Dinge zum auf den Teller laden…
vorne links sweet potatoes( Kartoffeln mit Butter, Zucker und Marshmellows… ) rechts davon Cranberry Soße, daneben ordinärer Brokkoli,dann baked potatoes, hinter dem Brokkoli das Stuffing mit viel Sellerie, dahinter cornbread (süßes Brot,dass so ein bißchen nach Grieß schmeckt) einige Soßen und, leider verdeckt, Brötchen.
Nachdem dieses leckere Essen kurzfristig gewürdigt wurde, ging es wieder vor den Fernseher, der Junge aus dem Irak schlief ein und gegen 19 Uhr gab es Nachtisch: Pumpkin pie und apple pie mit Sahne.
Man sollte denken, dass nach diesem Essen einige Jahre Erholung folgen, der gemeine Amerikaner sieht das anders und rüstet sich sogleich für den Black Friday.
An diesem Tag werden zu unchristlicher Zeit (4 oder 5 Uhr morgens) die Geschäfte geöffnet, damit der glückliche Konsument nach stundenlangem Warten vor der geschlossenen Tür (manche Leute standen einen gesamten Tag vor der Mall…) endlich seinen krass reduzierten Flachbildfernseher erstehen kann. Mit der Bilanz dieses Tages versuchen die Geschäfte aus den „roten“ in die „schwarzen“ Zahlen zu kommen-okee.
Shoppen ist hier ja eine der Bürgerpflichten scheinbar, ich habe es mir nicht nehmen lassen das Spektakel zu begutachten:
der Parkplatz der Mall um fünf Uhr morgens!
Innenansichten eines Elektroladens zur gleichen Zeit.
Ich sage nur: awesome!
P.s.: es gab keinen Song heute *schäm*… hier ein toller Bericht über Joe Zawinul,wenn man es schafft die Aussprache des Sprechers bis zum Inhalt zu überleben, macht es sogar Spass:
http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2007/09/11/dlf_20070911_1752_68f75e3d.mp3